Ein Name, der so süß klingt wie eine Frucht, der romantische Flair eines ehemaligen Fischerdorfs in schmalen Gässchen sowie die Nähe zu den türkisblauen Buchten der Calanques. All diese Punkte und noch viel mehr waren Grund dafür, Cassis als letzten Stop unserer Reise zu planen.

Der Ort bietet einen Vielzahl an Möglichkeiten, sodass sowohl die Wander-begeisterten als auch die Strandliebhaber voll auf ihre Kosten kommen. Für die Wasserratten steht Tauchen, Kajak fahren oder gemütliches Schippern zu den Calanques auf der Liste der Aktivitäten.

Provence & Côte d’Azur Roadtrip (Part VII)

Tag 11

Wir kommen aus Nizza. Die Straße nach Cassis schlängelt sich von der Autobahn A50 hinab an das karibisch blaue Meer. Zur Linken permanent verfolgt vom gleichnamigen Château de Cassis, ein Schloss aus dem 14. Jahrhundert, das heute eine Luxushotel ist.

Wir erreichten unsere Unterkunft pünktlich zur Mittagshitze. Aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen (also weil ich Depp zu spät gebucht habe) haben wir uns im Ort im Appartement Cassis einquartiert. Der Weg zum Strand liegt bei unter 10 Minuten und es gab einen Gratisparkplatz. Ansonsten war es schlicht eingerichtet und kann auch mit 6 Leuten bezogen werden.

Cassis verführt über mehrer Strände. Die beiden zugänglichsten und bekanntesten sind der Plage de la Grande Mer und der Plage du Bestouan. Letzterer war unser erstes Ziel. Wie überall an der Côte d’Azur handelt sich auch bei diesem Strand um einen Fels- und Kiesstrand. Die kleine Strandbar versorgte uns mit kühlen Getränken und Pommes und der Blick hinaus aus der Bucht lädt zum Träumen ein. Hier verbrachten wir den restlichen Tag mit schönem Nichtstun.

Abends haben wir Le Mistral essen – ich machs kurz, das Lokal könnt ihr euch sparen. Bis auf die gute Lage direkt am Strand und „stets bemühtem“ Service hat das Restaurant nichts zu bieten. Die Wartezeiten egal ob auf Getränke, Essen und sogar auf die Rechnung (letzteres hasse ich am meisten) waren ewig und so entschieden wir uns lieber dafür einen Absacker-Pastis im Pastis Et Compagnie, in das wir uns direkt verliebt haben. Wir genossen den Shot und vermerkten uns den Laden für den nächsten Abend.

Tag 12

Dieser Tag hatte das Motto “ Erkundung der Calanques„. Cassis ist das östliche und vor allen Dingen ruhigere Ende des Nationalparks. Das westliche Ende ist Marseille, was uns als Startpunkt zum einen zu wuselig war und zum anderen liegen auch die schönen Buchten eher im Osten des Parks.

Tipp #1: Vom 1. Juni bis zum 30. September ist der Zutritt zu den Calanques reglementiert und ist von den Witterungsbedingungen abhängig. Nähere Information findet ihr hier.

Die Buchten können zu Fuß über Land und natürlich auf vom Wasser aus angesteuert werden. Letztere Variante geht entweder mit einer Ausflugstruppe auf einem Boot (wobei man hier nicht am Strand anlegt) und ihr leiht euch ein Kajak bei Destination Calanques Cassis Kayak.

Wir haben uns für die Wanderung entschieden. Der Startpunkt ist Calanque de Port-Miou – hier ist auch der Kajak Verleih. Von hier aus schlängeln sich mehrer Wege entlang der Küste vorbei an Calanque de Port Pin und über die hügelige Landschaft hinüber zum Calanque d’En-Vau.

Tipp #2: Deckt euch reichhaltig mit Getränken und Snacks ein.

Die Strecke von ca. 4 – 5 km, je nach Weg den ihr einschlagt, ist steinig, holprig und wunderschön. Der Geruch von Pinien liegt in der Luft und am Horizont funkelt die Sonne im hellblauen Wasser. Macht auf dem Hinweg einen kurzen Stopp in der Calanque de Port Pin. Obwohl Sie näher an Cassis liegt, ist sie weniger besucht. Ihr bewegt euch genug und eine Abkühlung im Wasser und das entsprechende Päuschen zum Trocknen gibt Kraft für die weitere Route.

Vom Calanque de Port Pin gibt es zwar einen kürzeren direkten Weg quer durchs Gelände, wir haben uns aber für den 1 km längeren Pass entlang der Küste entschieden. Er ist steiler und höher, aber er gibt auch den besten Ausblick auf die Buchten und die wunderschöne und wilde Landschaft.

Am Ende werdet ihr belohnt mit dem klaren blauen Nass der Calanque d’En-Vau. Es ist ein malerischer Ort der einen gefühlt in die Karibik versetzt.

Löst euch von dem Gedanken, dass dies ein Insidertipp ist und kaum jemand die Strapazen der Wanderung auf sich nimmt. Ich möchte nicht sagen, dass die Bucht überfüllt war, jedoch waren wir Ende Juni außerhalb der Hochsaison an einem Donnerstag da und die Anzahl der Mitmenschen war gerade noch erträglich.

Tipp #3: Denkt an die Natur und an Müllbeutel – es gibt keine Möglichkeiten eure Sachen zu entsorgen.

Nach einigen Stunden Badespaß und nachdem unser Proviant aufgebraucht war ging es zurück – diesmal aber den direkten kürzeren Weg.

Abends gab ein köstliches Essen im Le Patio, da das Pastis Et Compagnie leider wieder keinen Platz mehr frei hatte. Was jedoch mit einer Notlösung begann, wurde zu einem kulinarischen Superabend, der mit dem besten Schokosoufflé endete, das ich je hatte. Die Küche war typisch französisch, die Weinauswahl sehr gut und wir sind mal wieder bei knapp 100,00 € herausgekommen (daran muss man sich in Südfrankreich einfach gewöhnen). Der Service war auch super – ergo absolut empfehlenswert und immer wieder gerne.

Tag 13

Unser letzter voller Urlaubstag, das Wetter spielte mit und wir hatten strahlenden Sonnenschein mit gut 30 Grad. Wir waren bis hier hin Kajak fahren, Aquatrekking, Wandern in der Provence und an der Côte d’Azur – kurz um, es war ein Trip voller schöner Eindrücke. Umso mehr haben wir uns den Tag heute am Beach verdient.

Den Plage de la Grande Mer entdeckten wir nur durch Zufall und waren mehr als positiv überrascht. Der Plage de la Grande Mer hatte als erster Strand an der Côte d’Azur einen Sandstrand, was für uns umso schöner war. Der Tag plätscherte gemütlich vor sich hin.

Für die Stärkung am Mittag sorgte ein köstliches Pan Bagnat Sandwich. Das Pan Bagnat ist DAS belegte Brot der Region und wie ein Nizza-Salat im Baguette. Im Croque Soleil fanden wir das beste Pan Bagnat überhaupt. Es wird mit Vinaigrette beträufelt und hatte köstlich frischen Tunfisch – ein Gedicht.

Abends hatten wir dann tatsächlich geschafft einen Platz im Pastis Et Compagnie zu ergattern. Der perfekte Südfrankreich Urlaub fand seinen perfekten Abschluss an diesem Abend in diesem Lokal. Eigentlich ist es weder ein Restaurant noch ein Bistro, eher ein Delikatessladen mit kleiner Bewirtung. Aber die kleinen Köstlichkeiten, die uns an diesem Abend gereicht wurden. Der spritzig frische Wein, der bei jedem Auffüllen mit einem Augenzwinkern immer wurde, die lockeren Gespräche mit dem Besitzer und seinem Enkel. Einfach top. Es wurde sehr spät, wir waren die letzten und der Abend fand ein Ende damit, dass wir noch gemeinsam die Außenbestuhlung einräumten um einen letzten Dankes-Absacker zu bekommen.

Beim Ranking gewinnt das Pastis Et Compagnie unseren ersten Platz aund besticht durch Charme und Persönlichkeit des Besitzers und seines Enkels.

Mit diesem wundervollen Abend geht auch ein ereignisreicher Urlaub zu Ende. Die Highlights und das Fazit dies vielseitigen Trips habe ich euch hier zusammengefasst.